Le trame deluse
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Domenico Cimarosa (1749–1801) zählte zu Lebzeiten und noch Jahrzehnte darüber hinaus zu den meistgespielten Opernkomponisten weltweit. Besonders im Genre der Opera buffa war Cimarosa zu Hause, und sein Meisterwerk „Il matrimonio segreto“ behauptet sich bis in die Gegenwart auf den Spielplänen. Auch die 1786 in Neapel uraufgeführte musikalische Komödie „Le trame deluse“ (1786) feierte in ganz Europa glänzende Erfolge und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe bearbeitete die Oper, um sie 1794 am Weimarer Hoftheater zur Aufführung zu bringen. Noch mehr als sechzig Jahre später bezeichnete Gioachino Rossini „Le trame deluse“ als eine „ganz vortreffliche Opera buffa“ und hielt das Werk sogar für „unvergleichlich bedeutender“ als „Il matrimonio segreto“, wie er 1855 im Gespräch mit Ferdinand Hiller verriet. Vor allem das Finale des zweiten Aktes von „Le trame deluse“ ist nach Ansicht Rossinis „ein wahres Meisterstück“.
Die Handlung der Oper spielt in Neapel im Hause des gutgläubigen Don Artabano, der sich mit einem reichen Kaufmann aus Rom über die Heirat mit dessen Tochter verständigt hat, die dem Bräutigam noch unbekannt ist. Die beiden Ganoven Don Nardo und Ortensia wollen den Alten ausrauben, indem sich Ortensia als die erwartete Braut und Nardo als ihr Cousin vor-stellen. Zwar gelingt es ihnen, das Vertrauen Artabanos zu gewinnen, doch werden sie von den Mitbewohnern Dorinda, Olimpia und Clicerio allmählich durchschaut und ein raffiniertes Intrigenspiel nimmt seinen Lauf.
Die Partitur der dreiaktigen Oper umfasst zwanzig Musiknummern, darunter zahlreiche komplexe Ensembleszenen (zwei Terzette, ein Quartett, ein Quintett und die beiden besonders umfangreichen Finalnummern). Die vorliegende kritische Edition basiert auf Cimarosas Autograph, das sich in der Bibliothek des Konservatoriums von Neapel befindet und die Version der Uraufführung am Teatro Nuovo im Jahre 1786 wiedergibt. Weiterhin dokumentieren insgesamt 13 vollständige Abschriften aus europäischen und nordamerikanischen Bibliotheken die unterschiedlichen Fassungen der Oper.